Politiken: Übersicht von Transporträder
Das Nihola Bike hat Topcharakter und die höchste mögliche Punktzahl erhalten.
Die Dänische Zeitung Politiken vom 31. März 2007 veröffentlichte eine Marktübersicht von Transporträdern, die auf dem dänischen Markt erhältlich sind.
Gute Kisten
Fünf Vorschläge für Transportfahrräder
Kinder und Einkäufe lassen sich mehr oder weniger gut auf einem Lasten- oder Transportfahrrad ( In den Niederlanden unter Bakfiets bekannt) transportieren. Wir haben fünf Varianten getestet.
von Jens Rasmussen
Nachdem das Transportfahrrad in die Ökoecke gedrängt worden war, sind jetzt mehrere moderne Ausgaben und Farben des Lasten- und Transportfahrrads auf den Markt gekommen. Für jeden Geschmack ist etwas dabei. Wofür möchte man es verwenden? Ist es primär zum Kindertransport gedacht oder soll es mehr können und damit auch länger nutzbar sein?
Das Christianiarad – der Name steht fast synonym für das Transportfahrrad. Ein umgedrehtes Dreirad, mit dem man fast normal fährt, aber anders als bei seinem zweirädrigen Vetter hat es eine Querstange anstatt einem Lenker für die Hände. Dazu einen geräumigen Kasten und zwei Räder. Die Werkstatt in der Freistadt Christiania begann 1984 mit der Produktion der Fahrräder und jahrelang waren sie die einzigen – gut für die Marke, denn jedes Transport-Dreirad wird seitdem Christianiarad genannt.
Die Produktion ist 1990 nach Bornholm verlagert worden, und seitdem hat das einfache Transportfahrrad gut entworfene und fast futuristische Alternativen bekommen. Mit dem Schlaraffenland der Fahrräder, Holland, kann sich Dänemark zwar nicht messen, die Auswahl ist aber heute viel größer als vor 10 Jahren.
Lasten- und Transportfahrrader sind begrenzt verbreitet. In den Niederlanden ist die Landschaft allerdings so flach, dass die Verbreitung schwerer Fahrräder eine größere Chance hat. Denn schwer sind sie. Ein wenig Einkauf, zwei Kinder und das Gepäck hemmen die Geschwindigkeit und leichte Höhenunterschiede werden mit ernster Miene kommentiert. Dies ist wohl auch der Grund, weswegen die Verbreitung der Fahrräder im flachen Kopenhagen viel größer ist als in Århus, wo lange, ermüdende Hügel jeglichen Idealismus zum Erliegen bringen können.
Leicht zu parken
Der Gedanke an ein Transportfahrrad meldet sich meistens beim Familienzuwachs. Entweder weil man kein Auto hat und auch keins haben möchte, oder als geschmeidigere Alternative. Wenn die Kinder ganz klein sind, ist es einfach ein tolles Gefühl die Tragetasche in die Kiste zu stellen, sie sehr großzügig mit Decken und allen Bequemlichkeiten auszufüllen und dann auf Tour zu gehen.
Obwohl das Einkaufen immer mehr auf Autofahrer zugeschnitten wird, müssen diese ihren Einkauf oft viel weiter schleppen um zum Auto zu kommen. Für ein Transportrad gibt es immer irgendwo einen Platz. Ein Kasten Bier, eine Großpackung Toilettenpapier, zehn Liter Milch, kein Problem.
Aber welches soll man wählen? Die vielen Möglichkeiten machen die Wahl nicht einfacher. Es gibt Fahrräder, die fast Buggys mit Pedalen sind – für Kinder ideal. Bis sie selber Fahrrad fahren, denn dann braucht man sie nicht mehr. Andererseits sind die Preise für gebrauchte Räder gut – es lohnt sich mit einem Weiterverkauf zu rechnen.
Abgesehen vom Verkaufsargument – man wird von ihnen abhängig. Alles lässt sich damit transportieren. Vom fragilen Kaffeegedeck für zwölf Personen zum verrosteten Grill, der verschrottet werden soll. Alles vom Feinsten bis zum Gröbsten. Für Sachen, die gestapelt und gepackt werden sollen, eignet sich die quadratische Kiste am besten, doch es lässt sich auch vieles in den auf Kinder zugeschnittenen Kabinen transportieren.
Früher galt man als alternativ, wenn man mit einem Transportrad fuhr, heute gibt es für jeden eine Ausführung. Die fünf hier getesteten Fahrräder decken nicht den ganzen dänischen Markt ab. Das Angebot ist größer und es wächst. Die Tendenzen des Marktes und damit die Richtung für die Wahl des Rades werden aber deutlich.
Man muss damit leben, dass das Transportrad für einige Leute einen negativen Signalwert hat. Schaut man bei Google unter Transportrad nach, findet man als erstes wütende Kommentare dazu, dass die Transporträder die Fahrradwege sperren. Es stimmt, dass die Fahrradwege oft zu schmal sind, deshalb macht man sich mit einem Transportrad nicht beliebt bei denen, die gerne überholen möchten. Intoleranz ist nicht nur den Autofahrern vorbehalten.
Alles in allem wird aber das Lastenfahrrad positiv gesehen. Japanische Touristen fotografieren das Phänomen und an die Blicke der Anerkennung des anderen Geschlechts, wenn man Kinder und Gepäck aus eigener Kraft durch die Stadt transportiert, muss man sich gewöhnen. Das nehmen wir alles mit.
Das moderne
Nihola
5/5 Punkten
Preis: 15.000 Kr. Nihola hat eine große Auswahl an Ausstattung, Abdeckungen, unplattbaren Reifen usw. Der Preis ist deshalb individuell.
Dieses Fahrrad sieht man immer öfter im Stadtbild von Kopenhagen. Es werden mehrere Ausführungen produziert, u. a. Nihola low, bei dem die Ladefläche eine runde Tonne ist und etwas von einer Litfasssäule hat. Nihola big bietet Platz für sechs Kinder und das – ja wirklich – Nihola Cigar Dog ist für den besten Freund des Menschen gedacht. Hinzu kommt das Cigar family. Der Kasten ist fast oval, vorne schmaler, was für eine größere Aerodynamik sorgt. Außerdem gibt es eine durchsichtige Vorderseite – des Lastenfahrrads Variante für einen Windschutz.
Das Fahrrad liegt überraschend gut auf der Straße. Durch den tief liegenden Schwerpunkt kippt es selbst in schärfsten Kurven nicht. Es hat ein gutes Schloss und ist insgesamt stimmig komponiert. Gesteuert wird wie im Auto – unabhängig vom Gestell. Trotz der Leichtigkeit ist die Sicherheit der Konstruktion durch einen starken Rahmen topp.
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